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Die
Geest
Riesige, vom
heutigen Skandinavien ausgehende Gletscherzungen formten während
der Eiszeiten unsere heutigen norddeutschen Landschaften. Die
mitrans-portierten, noch heute vorhandenen Findlinge (
gerundete, abgeschliffene Ge-steinsbrocken ) können eindeutig
Gebieten in Nordeuropa zugeordnet werden. In unseren Breiten
entstanden riesige, leicht gewellte Feinsandgebiete. Wo die
Natur später keine andere zusätzliche Formung (Moor, Marsch)
vornahm, verblieb die urförmige Geest.
Übergang
von der Altmarsch zum Geestrücken

Das Wort Geest
ist dem niederdeutschen Wort " Güst" entlehnt, was
soviel wie ertraglos oder mager bedeutet.
Wahrhaft mager und öde waren auch die am Rande des Moores und
des großen Wassers belegenen Flächen in Etzel. Aber gerade
dieser Umstand bedeutete für die herumziehenden Chauken eine
Chance, sich hier anzusiedeln und seßhaft zu werden. Die
hohen Geesten, mehr noch die Randbereiche, waren mit Eichen
bestanden und boten somit die Voraussetzung zum Bau von ersten
Behausungen. Der sicherlich vorhandene Wildtierbestand konnte
bejagt, die abfallenden Flächen zum Wasser als Grasungsflächen
für anfängliche Haustierhaltungen genutzt werden.
Möglicherweise wird auch das Getier der Wasserflächen schon
Nahrungsquelle gewesen sein. Ganz sicher aber war das
angrenzende Moor für Beschaffung von Brennmaterial von
Wichtigkeit. Alles in Allem wahrhaft ideale Voraussetzungen,
um seßhaft zu werden.

Heute
ist die Geest durchweg mit Mais bestanden
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Die
Marsch
Die
dem Etzeler Geestrücken in nordnordöstlicher Richtung
vorgelagerte Altmarsch ist ein Relikt des späten
Mittelalters. Besonders die Sturmfluten von 1164 (Julianenflut),
1334 (Clemensflut), 1362 (Marcellusflut) und die Flut von 1511
(Antoni) rissen tiefe Buchten und prägten das Gebiet des späteren
Schwarzen Bracks. Die hiesige Bucht ging vom Jadebusen aus und
erstreckte sich bis zum heutigen Friedeburg.
Die Bildung des Grundes vom wattenmeerähnlichen Zustand bis
zum nutzbaren Boden vollzog sich über viele Jahrzehnte. Ursächlich
war die Teileindeichung des Schwarzen Bracks auf Veranlassung
der Oldenburger Grafen um 1615. In der Folgezeit wurde das
Gebiet durch Hütebeweidung in dörflicher Gemeinschaft
genutzt und erst Ende des neunzehnten Jahrhunderts aufgeteilt.
Inmitten der Etzeler Marsch befand sich bis zur holländisch-
französischen Be-setzung eine große Landstelle, ein
sogenanntes Grashaus, auf einer natürlichen Sanderhebung. Bis
zur Nachreformationszeit soll dieses Anwesen sich im Besitz
des Klosters Hopels befunden haben. Daher ist auch der Name
"Mönkebrüerch" (Mönchbrücke) erklärbar.
Blick
von der Mönkebrücke

Genutzt wird das Gebiet heute fast ausschließlich zur
Beweidung durch das be-kannte schwarzbunte Rindvieh. (Böse
Zungen, vornehmlich Deutsche, behaupten, unsere Rindviecher
seien schöner als unsere Frauen, auch dies stimmt nur
teilweise).
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Sumpfland
Das zwischen dem
Geestrand und dem Friedeburger Tief belegene Gebiet trägt den
bezeichnenden Flurnamen "Düvelshörn"
(Teufelsland). Dieses Gebiet war bis zur Flurbereinigung in
den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine unwirtliche
Gegend und nur mit Mühen zu bewirtschaften. Die nassen,
feuchten Wiesen und Weiden waren im Winter und im Frühjahr häufig
überschwemmt. Eine Reihe von Flachwasserflächen ( mit Reet
durchwachsen) berundeten das Gesamtbild dieses baum- und fast
strauchlosen Gebietes ab.

Blick über das ehemalige Sumpfgebiet
Das zwischen dem
Geestrand und dem Friedeburger Tief belegene Gebiet trägt den
bezeichnenden Flurnamen "Düvelshörn"
(Teufelsland). Diese Gebiet war bis zur Flurbereinigung in den
siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts, eine unwirtliche
Gegend und nur mit Mühen zu bewirtschaften. Die nassen
,feuchten Wiesen und Weiden waren im Winter und im Frühjahr häufig
überschwemmt. Eine Reihe von Flachwasserflächen ( mit Reet
durchwachsen) berundeten das Gesamtbild dieses Baum- und fast
Strauchlosen Gebietes ab.
Der
Brachvogel
Für den großen
Brachvogel gilt das gleiche wie für den Weißstorch. Wird ihm
die Lebensgrundlage, ein zusammenhängendes Feuchtgebiet mit
dem entsprechenden Nahrungsangebot, entzogen, verschwindet er
und weicht auf andere Gebiete aus. Bei einer Begehung in den
Fluren des "Düwelshörns " um 1985, schon nach
Abschluß der umkrempelnden Flurbereinigung, wurden noch 15
Brutpaare des Langschnäblers gezählt. Auf eine
hoffnungsvolle Bemerkung eines unbedarften Vogelliebhabers, daß
die Grundlagenveränderung diesem prächtigen Durchzügler
wohl nicht schaden könnten, entgegnete ein erfahrener
Ornithologe : "Du wirst es erleben müssen, der Vogel ist
äußerst standorttreu und wechselt Zeit seines Lebens nicht
sein Brutgebiet. Nachkommende Generationen, sofern überhaupt
die Brut überlebt , werden dieses Gebiet nicht mehr
ansteuern."
Leider hatte dieser Mann recht, heute im Jahr 2001 nistet nur
noch ein Paar in den jetzt trockenen Wiesen....
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Die
Restmoore
In
den Senken und den Rändern der Etzeler Geest war keine Möglichkeit
des Wasserabflusses gegeben. Somit bildeten sich im Verlauf
der nacheiszeitlichen Jahrhunderte kleine Seengebiete. Diese
Seen wurden viel später mit vielerlei Pflanzen, vor allem
aber mit Moosen, bewuchert. Die immer wieder abgestorbenen
Pflanzen bildeten über Jahrtausende durch Fäulnisbildung das
bekannte Niederungsmoor.

Heidschnucken
im Moor
Ein Abbau der Torfschichten zur Brennmaterialgewinnung wurde
zwar über Jahrhunderte für den Eigenbedarf durchgeführt,
eine Vermarktung fand aber wegen der Dünnschichtigkeit ( 0,50
bis max. 1,80 m) niemals statt.

Moorweg
im Filkov
Im Laufe der
letzten achtzig Jahre (ein Menschenleben) wandelten sich die
Etzeler Moore wie im Zeitraffer zu einer völlig anderen
Oberflächenform. Eine starke Entwässerung ließ anfangs die
lebenden Torfmoosgesellschaften absterben, um von
Pflanzenarten wie Pfeifengras, Sonnentau und Wollgras
besiedelt zu werden. Im dritten Stadium breitete sich die
Heide aus (Erica und Calluna), um im jetzigen Letztstadium
durch die gemeine Birke abgelöst zu werden. Diese Moorgebiete
sind in Etzel nur noch fragmentiert in den Ortsteilen
Moorstrich (Witt- Moor) und Hohejohls (Filkov) aufzufinden.
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Lehmvorkommen
In geringen
Mengen kommt diese Bodenart auch im Dorf Etzel vor. Lagerstätten
sind noch heute in den Ortsteilen Stapelstein und Hohejohls
nachweisbar. Bis vor ungefähr zweihundert Jahren hat es noch
eine Ziegelei gegeben. Allerdings wurden hier die Mauer-und
Dachsteine nicht gebrannt, sondern nur luftgetrocknet. Steine
aus gebrochenem alten Gemäuer weisen noch heute, mit den
vielfältigen Fußabdrücken von allerlei Haustieren, darauf
hin.
Der Lehm wurde allerdings auch zum Vermauern und als
Putzschicht für das Mauerwerk genutzt. Die in jedem Haushalt
vorhandenen Backöfen waren mit Lehm aufgesetzt und
ausgekleidet.
Weitere Nutzung fand der Lehm als Stampfschicht bei der
Errichtung von Fußböden, vornehmlich auf Dreschdielen.
Erinnern muß man auch daran, daßvorrangig eine Verwendung für
die Verfüllung von Sträucher-Flechtwänden der Nutzgebäude
gegeben war.
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Wenn Sie in Etzel
oder den Nachbarorten eine Wanderung oder eine Radtour
unternehmen, fallen mit Sicherheit die Wallhecken an den
Geesträndern auf. Diese mit Strauchwerk und Bäumen
bestandenen Sandwälle sind im Laufe der Jahrhunderte, in
Folge der Flächenbewirtschaftung, entstanden.

Wallheckenlandschaft im Münsterland
Vor dem Hintergrund
einer um die erste Jahrtausendwende dichter werdenden
Besiedelung, die die nutzbaren Ackerflächen auf den Geestrücken
knapper wer-den ließ, mußte auf die Ortsrandflächen
ausgewichen werden. Diese in Gemeinschaften beweideten Flächen
wurden parzelliert und mußten nach einer Urbarmachung
eingefriedigt werden. Durch das Roden des Strauch- und
Baumwurzelwerkes, das Absammeln der Findlinge und das Ausheben
eines innenseitigen Entwässerungsgrabens fielen Mengen von
Materialien an, die einfach an der Parzellengrenze aufgehäuft
wurde. Schnell stellte sich, mit oder ohne Bepflanzung, ein
Bewuchs der Wälle ein.
Die positiven Effekte dieser Wälle sind überraschend vielfältig:
Eingrenzung des
Eigentums,
Abgrenzung gegen das weidende Vieh,
Nutzung des Buschholzes für Flechtwände,
Nutzung der ausgewachsen Bäume als Bauholz
und des Abfallholzes als Brennmaterial.
Mit der Einführung
des Katasterwesens und des stachelbewährten Drahtes, sowie
der Möglichkeit der Einfuhr von billigen Baumaterialien,
verringerte sich die Bedeutung der Wallhecken. Im Zuge der
modernen, großräumigen Landwirtschaft werden die Wälle von
vielen Betrieben als Hindernisse angesehen.
Mittlerweile stehen
die Wallhecken aber unter einem strengen Schutz und sind für
viele Tier- und Pflanzenarten ein letztes Rückzugsgebiet.
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